Ich höre das gerade von vielen Patientinnen und Patienten: „Es lief eigentlich ganz gut – und dann kam die Wärme." Mehr Luftnot, mehr Erschöpfung, das Gefühl, wieder zurückgeworfen zu sein. Das ist kein Rückfall. Das ist Physiologie.
Was Hitze mit deinem Körper macht
Wenn es warm wird, arbeitet dein Körper auf Hochtouren. Er muss gleichzeitig kühlen, den Kreislauf regulieren und dich mit Sauerstoff versorgen. Das kostet Energie – Energie, die bei Long Covid schon knapp ist.
Dazu kommt: Wärme erhöht die Atemfrequenz. Wenn du ohnehin schon ein dysfunktionales Atemmuster hast – zu schnell, zu flach, zu viel im oberen Brustbereich – dann verstärkt die Hitze genau das. Du atmest noch schneller, der CO₂-Spiegel sinkt, und du fühlst dich trotzdem nicht besser.
Was ich bei meinen Patienten im Sommer beobachte
- Mehr Lufthunger – auch in Ruhe
- Schnellere Erschöpfung bei Alltagsbelastungen
- Schlafprobleme durch nächtliche Wärme und unruhige Atmung
- Kreislaufprobleme und Schwindel
- Das Gefühl, „wieder von vorne anfangen zu müssen"
Was du jetzt konkret tun kannst
1. Auf deine Ausatmung achten
Die Ausatmung ist dein Werkzeug gegen Überatmung. Bewusst, ruhig, durch die Nase. Nicht tiefer einatmen – länger ausatmen. Das beruhigt das Nervensystem und stabilisiert den CO₂-Spiegel.
2. Pacing ernst nehmen
Im Sommer braucht dein Körper mehr Ressourcen für die Temperaturregulation. Was im April noch gut geklappt hat, kann im Juni zu viel sein. Das ist keine Verschlechterung – das ist eine veränderte Ausgangslage.
3. Ausreichend – aber nicht zu viel – trinken
Dehydration verschlimmert Atemnot und Kreislaufprobleme erheblich.
Wann du dir Hilfe holen solltest
Wenn die Sommermonate bei dir regelmäßig zu deutlichen Einbrüchen führen, lohnt es sich, genau hinzuschauen. Ein gestörtes Atemmuster lässt sich in jeder Jahreszeit behandeln – im Sommer ist es nur offensichtlicher.
Erkennst du dich darin wieder?
Ich bin für dich da – lass uns gemeinsam schauen, was deinem Körper gerade hilft.
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