Asthma bedeutet nicht, dass man einfach damit leben muss. Mit der richtigen Atemtherapie kannst du lernen, deine Atemmuskulatur gezielt zu entlasten, Anfälle früher zu erkennen – und insgesamt entspannter zu atmen.
Was passiert beim Asthmaanfall?
Beim Asthma verengen sich die Atemwege durch eine Entzündungsreaktion und Muskelkrämpfe der Bronchien. Die Folge: Luft kommt zwar rein – aber nur schwer wieder raus. Viele Betroffene beschreiben das als das Gefühl, durch einen Strohhalm zu atmen. Der Ausatmung ist erschwerter als die Einatmung.
Genau hier setzt die Atemtherapie an: nicht beim Anfall selbst, sondern bei allem, was darum herum passiert – der Atemmuskulatur, der Körperhaltung, dem Atemmuster im Alltag.
Warum das Atemmuster so wichtig ist
Viele Asthmatiker entwickeln im Laufe der Zeit ein ungünstiges Atemmuster – oft unbewusst, als Schutzreaktion des Körpers. Typisch sind:
- Hochatmung: Statt Bauch- und Zwerchfellatmung wird überwiegend mit Schultern und Brustkorb geatmet. Das ist anstrengend, ineffizient und verstärkt die Anspannung.
- Chronisches Überatmen: Durch Stress oder Angst atmet man zu schnell und zu viel – der CO₂-Spiegel sinkt, die Bronchien reagieren empfindlicher.
- Mundatmung: Die Nase wärmt, filtert und befeuchtet Luft. Wer durch den Mund atmet, reizt die Atemwege zusätzlich – ein klassischer Asthma-Trigger.
Wichtig: Atemtherapie ersetzt keine medikamentöse Behandlung. Sie ergänzt sie – und kann dazu beitragen, dass weniger Medikamente nötig sind. Sprich immer mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Was Atemtherapie bei Asthma konkret bewirkt
In der physiotherapeutischen Atemtherapie arbeiten wir gezielt daran, das Atemmuster zu normalisieren und die Atemmuskulatur zu stärken. Das hat mehrere Effekte:
- Weniger Überatmung: Durch bewusstes Verlangsamen der Atemfrequenz stabilisiert sich der CO₂-Spiegel – die Bronchien sind weniger reizbar.
- Zwerchfell stärken: Das Zwerchfell ist der wichtigste Atemmuskel. Bei Asthma ist es oft unteraktiv. Gezieltes Training macht die Atmung effizienter und entlastet die Hilfsatemmuskulatur.
- Ausatmung verlängern: Durch gezielte Atemtechniken lassen sich die Bronchien offen halten und die Ausatmung erleichtern.
- Nasenatmung festigen: Konsequente Nasenatmung filtert und befeuchtet Luft und reduziert allergische Reize – ein wichtiger Schutzfaktor.
- Panik reduzieren: Wer weiß, wie er in einer Atemnot-Situation reagieren soll, gerät weniger in Panik. Panik verschlimmert jeden Anfall.
Wann lohnt sich Atemtherapie besonders?
Atemtherapie macht besonders viel Sinn, wenn du das Gefühl hast, dass dein Asthma trotz Medikamenten nicht richtig unter Kontrolle ist – oder wenn du merkst, dass Alltagssituationen (Stress, Kälte, Sport) immer wieder zu Beschwerden führen. Auch nach einer Asthma-Verschlechterung kann es sehr hilfreich sein, das Atemmuster neu zu kalibrieren.
In meiner Praxis schauen wir uns gemeinsam an, wie du im Alltag atmest, welche Muster sich eingeschlichen haben – und was sich davon verändern lässt. Mehr zu meinem Angebot findest du auf der Seite Atemtherapie bei Lungenerkrankungen.
Asthma und Atemtherapie in Hamburg
Ich arbeite gezielt mit Asthma-Patientinnen und -Patienten – in meiner Privatpraxis in Hamburg-Winterhude oder per Videosprechstunde, ganz egal wo du wohnst.
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